Inklusion

Am Johann-Gottfried–Herder-Gymnasium Pirna-Copitz werden Schülerinnen und Schüler mit körperlichen, kognitiven und sozial, emotionalen Besonderheiten in die einzelnen Klassenstufen integriert. Nach unserem Verständnis gehört zu einer umfassenden Schulbildung auch die Entwicklung sozialer Kompetenzen, die durch das gemeinsame Lernen unterstützt wird. Durch die Bereitstellung bestimmter Methoden einzelner Lehrkräfte kann jedes Kind individuell gefördert und unterstützt werden. Zudem erkennen die Schülerinnen und Schüler frühzeitig, wie unterschiedlich und besonders jeder Mensch ist.

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit und ohne Besonderheiten – überall dabei sein kann, dann ist es gelungene Inklusion.
Neben den Klassenleitern und Fachlehrern hier am Herder-Gymnasium gibt es zusätzlich noch Susanne Hörnig, Mitarbeiterin der Fortbildungsakademie der Wirtschaft Dresden, die sich besonders intensiv um Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben kümmert. Sie ist eine von 174 ESF-geförderten Inklusionsassistenten, die seit diesem Schuljahr an öffentlichen und freien Schulen in Sachsen eingesetzt werden. Ihre Aufgabe ist es, die Lehrer beim gemeinsamen Unterricht zu unterstützen und damit die UN-Behindertenrechtskonvention an den Schulen in Sachsen umzusetzen.

Susanne Hörnig ist staatlich anerkannte Erzieherin. Schon während ihrer Ausbildung reifte der Wunsch Kindern zu helfen, die  mehr Unterstützung als andere benötigen. Das Projekt „Inklusionsassistent“ kam demzufolge genau richtig für sie. Der Inklusionsassistent stärkt Kinder und Jugendliche mit Besonderheiten und/ oder sonderpädagogischem Förderbedarf, damit sie gleichberechtigt ihren Bildungsweg gehen können. Damit steigen ihre Chancen, die Schule erfolgreich zu absolvieren und den bestmöglichsten Schulabschluss abzulegen. Präventiv unterstützt der Inklusionsassistent außerdem Schülerinnen und Schüler, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf entstehen könnte und diejenigen, die einfach nur etwas mehr Zeit benötigen, um hier anzukommen. Es sind oft die kleinen Dinge im stressigen Schulalltag, welche die Schüler sehr gern annehmen. Sei es ein aufmunterndes Wort und Lob im Unterricht, die Hilfe bei den Hausaufgaben, das Erarbeiten neuer Lernmethoden oder das Gespräch unter vier Augen, auch mal ohne Lehrer und Eltern.
In der heutigen Zeit kommen die Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen an unser Gymnasium. Einige haben Schwierigkeiten beim Lernen, zum Beispiel sich zu konzentrieren, den Lernstoff aufzunehmen oder die Aufgabenstellungen umzusetzen. Gleichzeitig zeigen andere sozial - emotionale Auffälligkeiten. Diese Schülerinnen und Schüler sollen so unterstützt werden, dass sie gemeinsam im Klassenverband lernen können und das Klassenziel erreichen. Ein großer und wichtiger Teil der Arbeit des Inklusionsassistenten ist auch das soziale Lernen in der Gruppe bei außerschulischen Veranstaltungen, Klassenfahrten und Exkursionen. Ebenso werden Klassenleiter und Fachleiter bei Elternabenden, Elternsprechtagen und Einzelgesprächen vom Inklusionsassistent unterstützt.
Ein regelmäßiger Austausch mit Fachlehrern und Eltern über Themen wie Hochbegabung, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie,  Verhaltensoriginalitäten, körperliche, kognitive oder seelische Beeinträchtigungen ist dabei zwingend.

Individuelle Besonderheiten erfordern eine entsprechend vorbereitete Umgebung und müssen bei der Begleitung im Schulalltag sowie der Unterrichtung der Kinder Berücksichtigung finden. Das stärkt die Schulgemeinschaft, lässt echte soziale Kompetenz für uns alle entstehen und erleichtert eine möglichst umfassende Teilhabe aller am Lernen und Leben in der Schule.
Die Schüler haben Susanne Hörnig mittlerweile schon vollumfänglich akzeptiert und genießen die zusätzliche Unterstützung durch sie. Auch die Lehrerschaft hat sie in ihr Team aufgenommen und legt viel Wert auf ihre Arbeit.

Fakten zu den Inklusionsassistenten

Das Projekt wird durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und durch den Freistaat Sachsen finanziert. Insgesamt stehen für die Projektlaufzeit von fünf Jahren rund 51 Millionen Euro bereit. Die Inklusionsassistenten sind ausgebildete Erzieher, Heilerziehungspfleger oder besitzen einen Berufsabschluss im sozialen oder pädagogischen Bereich, mindestens auf Fachschulniveau. In den ersten Wochen ihres Einsatzes wurden sie in einem Qualifizierungskurs auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf vorbereitet. Die Inklusionsassistenten werden an Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien, Schulen zur Lernförderung und Berufsbildenden Schulen eingesetzt. Es sind öffentliche Schulen und Schulen in freier Trägerschaft dabei.
Hier am Herder-Gymnasium in Pirna-Copitz läuft das Projekt „Inklusionsassistent“ unter der Trägerschaft der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH. Sie ist als Bildungs– und Personaldienstleiter mit 33 Akademien und über 150 Außenstellen in 12 Bundesländern vertreten.

ESF FAW

Wissenschaftler der TU Chemnitz begleiten das Projekt
Während des gesamten Zeitraumes begleitet außerdem die Professur Allgemeine und Biopsychologie der TU Chemnitz das Projekt. Dabei werden die Wissenschaftler alle Prozesse des Projekts kontinuierlich analysieren. „Hierbei betrachten wir auch die individuelle Entwicklung der inklusiv lernenden Schüler“, so Projektleiter Dr. Andreas David. Außerdem soll damit eine Online-Plattform für den inhaltlichen Austausch zwischen den Inklusionsassistenten, deren Trägern, dem Kultusministerium sowie dem wissenschaftlichen Team der TU geschaffen werden.

Sollten sie als Eltern und Sorgeberechtigte weitere Informationen benötigen oder Interesse an einer individuellen Unterstützung für ihr Kind haben, können sie mich gern kontaktieren und wir vereinbaren einen Gesprächstermin zusammen mit dem Klassenleiter ihres Kindes.
Kontaktdaten: susanne.hoernig(at)faw.de

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